Die Heiligung

(Alle Namen und Bibelverse sind der deutschen Version der Bibel von Yehoshua Mashiah entnommen)

 

Jagt dem Frieden mit allen nach und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird(Hebräer 12,14)

1. hagiasmos: Hingabe/Weihe und Reinigung

Das griechische Wort hagiasmós „hat mit einer Art Reinigung zu tun. Man trennt sich und wird getrennt von den Dingen der Welt. Es ist die Hingabe an Yehoshua und seine Wirkung im Herzen und im Leben des Menschen“ [1]. Wir erkennen hier, dass damit zum Teil ein Prozess der Heiligung gemeint ist. Wenn wir hier lesen, neben dem Frieden auch dieser Heiligung nachjagen zu müssen, und zwar als Bedingung dafür, den Herrn zu sehen, ist es also für jeden Christen essenziell, genau zu wissen, was dieses Wort bedeutet. Die beiden Bedeutungen werden wir weiter unten näher beleuchten. Zunächst sehen wir uns einen Vers aus dem hebräischen Text der Torah an.

 

 

„Und Elohim segnete den siebten Tag und heiligte ihn, denn an demselben ruhte er von all seinem Werk, das Elohim geschaffen hatte, indem er es machte“ (1.Mose/Bereshit 2,3)

2. qadash – abgesondert und geweiht sein

Hier lesen wir von dem Ziel und Produkt der Heiligung: Auch das hebräische Ursprungswort qadash spricht von Reinheit. Das Verb bedeutet laut Definition [2], im zeremoniellen oder moralischen Sinne rein zu sein. Der Schöpfer ist schon rein und heilig. Der Mensch und die gefallene Schöpfung müssen daher nicht nur den Prozess der Reinigung und Heiligung durchlaufen, sondern auch vom Schöpfer als rein und heilig erklärt werden.

Diese Art von Heiligung ist notwendig, nicht weil unbedingt Sünde oder Schmutz vorhanden ist, sondern weil der Herr etwas Spezielles mit dem Leben dieser Person machen will. Der in der Bibelstelle besagte siebte Tag beispielsweise war gar nicht unehrenhaft oder unrein. Er sollte unter allen Tagen nur eine besondere Funktion erfüllen.

 

 

Ihr aber werdet vollkommen sein, wie euer Vater in den Himmeln vollkommen ist!“ (Matthäus 5,48)

3. Aussicht auf Vollkommenheit

Yehoshua erklärt hier den Kindern Elohims (Gottes) in seiner Bergpredigt, dass sie vollkommen sein werden. Im Gegensatz zu vielen Bibelversionen in unterschiedlichen Sprachen, in denen es heißt „Seid/Werdet vollkommen, wie euer Vater in den Himmeln vollkommen ist“ – also die Aussage des Herrn als Befehlsform (Imperativ) übersetzt wurde, ist hier [3] die Zukunftsform verwendet. Die Zeitform „Futur“ heißt, dass etwas ganz sicher in der Zukunft geschehen wird. Anstatt eines frustrierenden Befehls, den kein Mensch befolgen kann, weil einfach niemand vollkommen ist [4], gibt uns der Herr Yeshua hier eine schöne Aussicht: Wir werden vollkommen sein!

Natürlich impliziert dieses Endziel der Perfektion auch einen vorausgehenden Prozess: die Perfektionierung. Dabei ist es so gut, das Bild unseres vollkommenen himmlischen Vaters im Blick zu haben; umso besser für uns, dass er selbst auf die Erde gekommen ist, um uns sein Vorbild zu geben!

 

 

„Und du sollst das Salböl nehmen und die Wohnung salben und alles, was darin ist, und du sollst sie heiligen und alle ihre Geräte, und sie soll heilig werden. Und du sollst den Brandopferaltar salben und alle seine Geräte und den Altar heiligen, und der Altar soll heilig der Heiligen sein. Und du sollst das Becken salben und sein Gestell und es heiligen. Und du sollst Aaron und seine Söhne herzunahen lassen an den Eingang des Versammlungszeltes und sie mit Wasser waschen. Und bekleide Aaron mit den heiligen Kleidern und salbe ihn und heilige ihn, dass er mir den Priesterdienst ausübe. Und seine Söhne sollst du herzunahen lassen und sie mit den Tuniken bekleiden. Und du sollst sie salben, so wie du ihren Vater gesalbt hast, dass sie mir den Priesterdienst ausüben. Und ihre Salbung soll geschehen, um ihnen zu einem ewigen Priestertum zu sein in ihrer Generation. Und Moshe tat nach allem, was ihm YHWH geboten hatte, so tat er“ (2.Mose/Shemot 40,9-16)

4. Die auserwählten Geräte

Wir lesen hier von einem Auftrag, den YHWH (Jahwe) dem Moshe (Moses) gegeben hatte, als es um die Errichtung des Heiligtums ging: Er sollte sowohl Utensilien als auch Personen für den Dienst im Tempel bereit machen, also wie vorhin erwähnt, vervollkommnen. Wir lesen hier die verschiedenen Ausdrücke „heiligen“, „salben“, „waschen“, „bekleiden“.

Wie wir vielleicht schon gehört haben, ist der Alte Bund, in dem es um die physische Errichtung eines Heiligtums ging, immer ein Bild für das Geistige, das Yehoshua mit seiner Gemeinde, der Versammlung der Gläubigen, vorhatte und vorhat. Genauso wie diese Geräte und die Söhne Aarons sollen auch wir für den Dienst am Heiligen vorbereitet werden und sein. Der Heilige ist Elohim selbst, seine Kinder sind seit 2000 Jahren als „Tempel des Heiligen Geistes“ [5] auf der Erde. Dies hat seit das Kreuzeswerk, die Auferstehung und die Ausgießung des Heiligen Geistes bewirkt. Und seitdem gelten auch die Kinder Elohims als heilige Priesterschaft [6] entsprechend der Söhne Aarons, die Priester am Heiligtum im Alten Bund waren.

Somit lässt sich schon erkennen, dass es Menschen gibt, die wie früher diese Utensilien dem Herrn geweiht sind. Ein Elohim Geweihter kann nicht mehr sehen, tun oder sagen, was er will, sondern muss für Elohim brauchbar sein und gemacht werden. Das nennt man Heiligung.

 

 

„Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Retter-Elohims erschien, errettete er uns nicht aus Werken heraus, die wir in Gerechtigkeit getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch das Bad der Neugeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, den er über uns durch Yehoshua Mashiah, unseren Retter, reichlich ausgegossen hat, damit wir, durch seine Gnade gerechtfertigt, entsprechend der Hoffnung des ewigen Lebens Erben werden“ (Titus  3,4-7)

5.  Etappen der Heiligung

5.1.  Erste Etappe der Heiligung:

Neugeburt, Weihe, Hingabe

Was hier der Apostel Paulos seinem Gefährten Titus erklärt, verdeutlicht sehr schön, was passiert, wenn jemand Yehoshua Mashiah (Jesus Christus) als seinen Herrn und Retter annimmt und sich dafür entscheidet, an ihn zu glauben. Wir sprechen hier von dem Vorgang, der allgemein „Bekehrung“ genannt wird. Man wird „durch seine Gnade gerechtfertigt“, wie im obigen Vers gesagt, und man empfängt den Heiligen Geist. Diese erste Etappe der Heiligung hat – wie auch in folgenden Versen veranschaulicht, mehrere Namen. Gemeint ist aber immer das Gleiche. Es wird nämlich zum Beispiel auch als „Taufe mit dem Heiligen Geist“ bezeichnet. Yehoshua selbst hat es dem Pharisäer Nikodemus wiederum als „Geburt von oben“ beschrieben. Beide Sinnbilder erläutern wir im Folgenden anhand zweier Bibelstellen.

 

„Es war aber ein Mann aus den Pharisäern, sein Name Nikodemos, ein Anführer der Juden. Dieser kam in der Nacht zu Yehoshua und sagte zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein von Elohim gekommener Lehrer bist, denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, wenn Elohim nicht mit ihm (ist). Yehoshua antwortete und sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von oben geboren ist, kann er das Reich Elohims nicht sehen. Nikodemos sagt zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er schon alt ist? Kann er ein zweites Mal in den Bauch seiner Mutter zurückkehren und geboren werden? Yehoshua antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Elohims gehen (Johannes/Yohanan 3,1-5

Geburt von oben und Taufe mit dem Heiligen Geist

Das Adverb „von oben“ kommt vom griechischen Wort anothen, was „von oben her, von einem höheren Ort aus, was von den Himmeln oder von Elohim kommt, von Anfang/ vom Ursprung an“ bedeutet [7]. Anothen beinhaltet ano. Dieses Wort wurde entweder mit „oben“ übersetzt, oder mit „himmlisch“ [8]. Yehoshua lehrt uns hiermit, dass die Geburt von oben eine Geburt ist, die im Neuen Yerushalayim stattfand [9].

Es sei hier noch angemerkt, dass „aus Wasser und aus Geist geboren“ bedeutet, dass es das Wort und die Geistestaufe braucht, damit jemand Kind Elohims wird. Das Wasser wird im biblischen Sinn immer wieder als Synonym für das Wort gebraucht. Bedenkt man, dass der Glaube nur vom Hören des Wortes kommt [10], wird dies verständlich. Auf die Reinigung mit Wasser wird später noch einmal eingegangen.

Die Geistestaufe wird nicht zwangsläufig von der Zungenrede begleitet, wie es fälschlicherweise in mehreren Christengemeinden gepredigt wird, sondern äußert sich vielmehr in der Erneuerung des Geistes, die in Titus 3,5 vorhin erwähnt wurde. „Geistestaufe“ ist einfach als Synonym für „Bekehrung“ zu gebrauchen. Ist nämlich der Geist von jemandem erneuert, also seine Gesinnung verändert, macht er automatisch eine Kehrtwendung in seinem Leben. Er dreht sich um 180 Grad und läuft ab sofort gegen den Strom. Das ist Heiligung. Solange du umgekehrt bist, sollst du dich also nicht anklagen, falls du die Gabe der Zungenrede nicht bekommen hast. Es gibt eine Menge anderer Gaben, die der Heilige Geist ausschüttet [11].

 

„Es geschah aber, während Apollos in Korinth war, dass Paulos, nachdem er die oberen Regionen durchzogen hatte, nach Ephesos kam. Und er fand einige Jünger und sprach zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid? Und sie sagten zu ihm: Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft worden? Da sagten sie: Auf die Taufe Yohanans“ (Apostelgeschichte 19,1-3).

Exkurs: Taufe des Yohanan

Bei diesen Jüngern handelte es sich um Johannesjünger, die von Herzen zu YHWH umkehren wollten. Yohanan hatte vor dem Wirken Yehoshuas die Umkehr zu YHWH gepredigt, welche das Volk Israel betraf: die jährliche Reinigung von den Sünden. Erst als ihm die Augen geöffnet wurden, zeigte er auf das „Lamm Elohims“, Yeshua Mashiah [12]. Als sie dann durch Paulos von der Geistestaufe erfuhren, waren sie für die Bekehrung bereit.

 

 

Jagt dem Frieden mit allen nach und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird (Hebräer 12,14)

5.2.  Zweite Etappe der Heiligung: die Reinigung

Kommen wir auf unseren allerersten Vers zurück, der Jagd nach der Heiligung. Die Jagd ist kontinuierlich. Sie hört nach der Bekehrung nicht auf, sondern geht bis ans Lebensende weiter. So bedeutet das Nomen hagiasmós nicht nur „Hingabe und Weihe“, sondern auch „Reinigung“. Wenn man etwas sauber macht, muss man sich dafür Zeit nehmen, es gründlich waschen. Dein Leben gehört nun nicht mehr dir, sondern dem Herrn. Du kannst nicht mehr leben, wie du willst, du kannst nicht mehr sehen, was du willst, du kannst nicht mehr tun und sagen, was du willst, ja nicht einmal mehr denken, was du willst. Elohim führt dich immer wieder in Situationen, um dich auszusondern, dich noch hingegebener zu machen, dich noch mehr zu reinigen.

 

 

„Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er selbst im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut seines Sohnes Yehoshua Mashiah reinigt uns von jeder Sünde (1.Johannes 1,7)

Exkurs: Reinigung durch Blut

Viele Leute, bzw. Christen denken, man müsse immer wieder durch Blut gereinigt werden und dahingehend auch Gebete verrichten. Doch eben genannter Vers bedeutet ganz einfach, dass für denjenigen, der die Wahrheit liebt, das Blut des Mashiahs Gültigkeit hat. Das Blut Yeshuas hat uns ein für allemal gereinigt und gerecht gemacht.[13] Es ist ein einziges Mal geflossen, am Kreuz von Golgatha. Das Blut braucht nicht immer wieder ausgeschüttet oder vergossen zu werden. Die Vorstellung eines großen Blutbehälters, der irgendwo über uns hängt, ist absurd. Gebete, in denen man das „Blut Jesu Christi“ herabruft, zum Beispiel auf sich und seine Familie und sein Haus, oder bei einer bestimmten Unternehmung, sind völlig unbiblisch und sinnlos. Jetzt läuft das Blut schon als Leben Mashiahs in unseren Adern. Es ist in uns. Wir sind erlöst.

 

„Ich, ICH BIN der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht trägt, nimmt er weg und jede, die Frucht trägt, reinigt er, damit sie mehr Frucht trage. Ihr seid schon rein wegen des Wortes, das ich zu euch geredet habe“ (Johannes/Yohanan 15,1-3)

Beispiel des Baumschnitts

Das hier im Griechischen gebrauchte Verb kathaírō heißt „von Schmutz, Verunreinigungen reinigen“. Es bedeutet auch, Bäume und Reben von unbrauchbaren Trieben zu befreien, also „beschneiden“. Bei einem Baumschnitt wird ein Baum zugeschnitten, zurückgeschnitten. Alle sogenannten „Geiltriebe“ und Auswüchse, die zu einem unregelmäßigen Wachstum führen könnten, werden entfernt. Wenn der Herr diese Art beim Menschen anwendet, wird es unweigerlich schmerzlich. Das Fleisch leidet, aber im Endeffekt bewirkt die Beschneidung eine Erlösung und ein Hineinführen in Elohims perfekten Willen. Du wirst die schöne Pflanze, die er sich vorgestellt hat.

 

„…Dies ist die Satzung der Torah, die YHWH dem Moshe geboten hat. Nur das Gold und das Silber, das Kupfer, das Eisen, das Zinn und das Blei, alles Ding, was ins Feuer geht, sollt ihr durchs Feuer durchgehen lassen, und es wird rein sein; nur soll es mit dem Wasser der Reinigung entsündigt werden; und alles, das nicht ins Feuer geht, sollt ihr durch die Wasser durchgehen lassen. Und am siebten Tag sollt ihr eure Kleider waschen, und ihr werdet rein sein. Und danach mögt ihr ins Lager kommen“ (4.Mose/Bamidbar 31,21-24)

Reinigung durch Feuer und Wasser

Wir lernen in diesen Versen, dass es zwei Methoden gibt, wie der Herr sein Volk reinigt. Wiederum erklärt uns der Alte Bund im Vorhinein auf irdische Art und Weise, was auch nach Yehoshua im geistlichen Bereich Gültigkeit haben wird: Gegenstände werden durch Feuer und Wasser gereinigt. In den folgenden beiden Punkten sehen wir uns dies anhand von Bibelpassagen aus den Evangelien näher an.

 

„Heilige sie durch deine Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit“ (Johannes 17,17)

„um sie zu heiligen, sie durch das Wasserbad im Wort zu reinigen, um die Versammlung sich selbst verherrlicht darzustellen, die weder Flecken noch Falten oder etwas derartiges habe, sondern dass sie heilig und makellos sei“ (Epheser 5,26

  • Reinigung durch Wasser

Das Wort wird in der Bibel auch mit Wasser verglichen. Wasser ist für die Reinigung da. Aus den beiden Versen geht hervor, wie wichtig es ist, den Glauben durch das Wort, also die tägliche Bibellese, aufrecht zu halten und somit die Erneuerung des Geistes kontinuierlich zu haben und die Wahrheit stets aufzunehmen. Natürlich kann man auch Audiobibel hören oder Predigten. Dies ersetzt allerdings nicht das tägliche Lesen im Wort. Es ist für den Christen ein MUSS! Manchmal fühlen wir uns fern von Elohims Gegenwart, verlassen, sündig, allein. Nimmt man sich dann die Zeit, in seine Gegenwart einzutauchen und das Wort zu lesen, verändert sich hundertprozentig etwas in einem und das Leben erscheint in neuem Licht. Wir müssen immer weiter gewaschen werden, bis zur völligen Reinheit. Nur so werden wir im Laufe der Zeit „heilig und makellos“ und es erfüllt sich, was wir für unmöglich gehalten haben, aber das Wort in Matthäus 5 uns versprochen hat:

„Ihr aber werdet vollkommen sein, wie euer Vater in den Himmeln vollkommen ist!“

 

„Ich taufe euch zwar zur Umkehr im Wasser, aber derjenige, der nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht würdig, seine Sandalen zu tragen. Er selbst wird euch im Heiligen Geist und Feuer taufen. Seine Worfschaufel ist in seiner Hand, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen(Matthäus 3,11-13)

  • Reinigung durch Feuer

Wie vorhin schon die Beschneidung hört sich die Reinigung mit Feuer schmerzhaft an und das ist sie auch. Man ist in der Worfschaufel, mithilfe derer die Getreidekörner samt der Spreu, also den leeren Hülsen, hochgeworfen werden. Alles, was nicht genügend wiegt, wird weggeblasen. Hier wird man also gewogen, oder besser: sein eigener Glaube gewogen, ob man immer noch mit dem Herrn geht, auch wenn man geworfen, geschüttelt, gesiebt wird. Die Frage ist also: Bleibt man in der Schaufel, bzw. im Sieb des Herrn? Oder verweht man in seinem Leichtsinn, fällt man durch, weil der Glaube zu klein war?

Um zu verhindern, dass seine Kinder durchfallen, reinigt uns der Herr im Laufe des Lebens immer wieder mit Feuer. Das sind die Prüfungen, die Herausforderungen, die Tests des Lebens, die einen läutern, härten und feuerfest machen sollen. Wir verstehen somit, dass die Schwierigkeiten und die Angriffe auch Gnade des Herrn sind, der auf keinen Fall will, das wir mit der Spreu verweht werden oder zum Schluss vom unauslöschlichen Feuer verbrannt werden.

 

 

„Darin jubelt ihr, die ihr jetzt, wenn es nötig ist, ein wenig Zeit lang durch verschiedene Versuchungen leidet, damit der Test eures Glaubens viel wertvoller erachtet wird als die des Goldes, das vergeht, aber durch Feuer geprüft wird: Zum Lob und zur Ehre und Herrlichkeit in der Offenbarung Yehoshua Mashiahs (1.Petros 1,6-7)

7.     Bereit für den speziellen Auftrag

Wenn du als Christ deine besondere Berufung für diese Welt erkannt hast oder erkennen willst, musst du verstehen, dass Reinigung und Absonderung in deinem Leben unabdingbar ist und du musst diese Heiligung auch in deinem Leben erkennen. Wenn dies nicht der Fall ist, wirst du dir permanent Fragen stellen und – noch schlimmer – über deine Lebensumstände jammern. Du erkennst nicht die Hand des YHWH in deinem Leben, deinem Töpfer, der dich durch widrige Lebensumstände liebevoll formt, sondern siehst alles in schlechtem Licht. Verstehe und akzeptiere also deine Heiligung!

 

 

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[1] Fußnote zum Wort „Heiligung“ in Hebr 12,14 aus der BYM (Bibel von Yehoshua Mashiah)

[2] Diese Definition findet man im Strong H6942 wieder. Ein Strong ist für den interessierten Bibelleser sehr aufschlussreich. Es ist eine einheitliche, alphabetische, nummerierte Liste aller in der Bibel (im hebräischen und griechischen Urtext) vorkommenden Wörter, in der jedes Wort genau aufgeschlüsselt, also übersetzt und erklärt wird. Diese Konkordanz wurde von dem amerikanischen Theologen James Strong Ende des 19. Jh. entwickelt. Die hebräischen Wörter werden mit „H…“ bezeichnet und die griechischen Wörter mit „G…“.

[3] Version BYM; aber auch Elberfelder

[4] „wie geschrieben steht: Da ist kein Gerechter, auch nicht einer“. (Römer 3,10)

[5] 1.Korinther 6,19

[6] 1.Petrus 2,5

[7] nachzulesen auch in Mt 27,51; Mk 15,38; Lk 1,3; Joh 3,31; 19,11; 19,23; Jak 1,17; 3,15; 3,17

[8] Joh 8,23; 11,41; Apg 2,19; Gal 4,26; Kol 3,1-2; Phil 3,14

[9] Fußnote zum Wort „von oben“ in Joh 3,3 aus der BYM (Bibel von Yehoshua Mashiah)

[10] siehe Röm 10,14

[11] Fußnote zu Matthäus 3,11 in der BYM: Die Taufe des Heiligen Geistes darf nicht mit der Fülle des Heiligen Geistes verwechselt werden. Die Taufe ist eine vollendete Handlung, die uns in den Leib Mashiahs einpflanzt, in dem Moment, wo wir uns bekehren (siehe 1.Kor 12,13). Dahingegen besteht die Fülle in einer fortwährenden Erneuerung, die wir unbedingt suchen müssen (siehe Eph 5,18). Gewisse charismatisch-christliche Zeitgenossen lehren, dass die Zungenrede das Zeichen ist, welches den geistgetauften Menschen ausmacht. Diese Doktrin beruht auf mindestens folgenden drei Bibelstellen: Apg 2,4; 10,44-46; 19,1-7. Wenn dies wirklich der Fall wäre, würden viele Christen noch in ihrer Sünde verharren und nicht dem Herrn Yehoshua ha Mashiah gehören. Röm 8,9 erklärt nämlich: „Wenn aber jemand Mashiahs Geist nicht hat, der ist nicht sein“. Es zeigt sich aber, dass eine nicht geringe Anzahl an Christen, die von oben geboren sind, keine Zungenrede spricht, was auch von Paulos bestätigt wird (siehe 1.Kor 12,30). Es gibt keinen Vers in der Schrift, der uns befiehlt, nach der Taufe des Heiligen Geistes zu suchen, und zwar aus einem einfachen Grund: Wir empfangen sie automatisch bei der Bekehrung.

[12] siehe Johannes 1,36

[13] Römer 5,9: „Elohim aber beweist seine Liebe uns gegenüber darin, dass Mashiah, als wir noch Sünder waren, zu unseren Gunsten gestorben ist. Wie viel mehr werden wir also, da wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt sind, durch ihn vom Zorn errettet werden“

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